Dienstag, 2. November 2010

Treppenhaus

 http://www.youtube.com/watch?v=v0NoHN1TU5I&feature=related

Schweren Herzens gehe ich Stufe für Stufe. 
Ich schaue auf und bemerke, dass ich noch immer in diesem endlos langen Treppenhaus bin. Wie sollte es auch anders sein, wo hätte ich auch hinlaufen können.


Betrachte ich das Treppengeländer so huscht ein Lächeln über mein Gesicht, es ist aus massiven Eichenholz mit unzählig schönen Gravurren; denke ich da an die billigen Holzgestelle der vergangenen Zeit so wiege ich mich in Sicherheit und Hoffnung, so leicht werde ich nicht abstürzen. 
Sobald ich diese tiefen Gravurren fühle, der Geruch frischen Holzes in meine Nase steigt, schwinden die Gedanken einer möglichen Illusion. Es ist oft der einzige Gedanke, der mich mit Mut tränkt, weiterzusteigen und trotz rutschiger Stufen weiter nach oben zu sehen.
Die Zeit ist gekommen, dass ich meinen Blick des Geländers wende und auch ohne mich daran zuhalten weiterzugehen mit der Gewissheit seiner Existenz.

An den Wänden sehe ich die verschiedensten Dinge. Farbenfrohe Gemälde, billige Poster oder auch scheinbar plumpe Malereien. Manche verbleiben nur sehr kurz, sodass ich sie nicht verstehen kann. Manche machen mir Angst, manche wollen mich verführen, manche erfüllen mich mit Freude. Andere wiederrum bringen mich zum weinen, sobald ich erkenne was sie in Wirklichkeit darstellen.


Von Zeit zu Zeit kommt es vor,dass ich bekannte Bilder wiedererkenne. Aber nun betrachte ich sie unter einem andern Licht, sodass sie mir doch wieder anderes erscheinen. Dieser Unterschied der Erscheinung schockiert mich meist. Ach so geliebte Formen, welche in tieferen Stockwerken mit Leidenschaft angesehen wurde, haben ihren Glanz verloren.
Andere wiederrum welche nur verschwommen und unscheinbar in meiner Erinnerung liegen spielen nun eine ganz große Rolle.

So soll es ja auch sein. Das stand ja auch am Eingang des Treppenhauses auf dem Schild. Trotz allem lässt es mich immer wieder erschrecken, dass dies die Wahrheit war, das dies die Wahrheit ist.


http://www.youtube.com/watch?v=v0NoHN1TU5I&feature=related


Es gab ein Gemälde, von so großer Schönheit, dass ich es, schließe ich die Augen, noch ganz klar sehen kann. Damals war es kein bloßes Gemälde. Es hatte etwas lebendiges, welches mir den Atem raubte. Jedoch auf einer Art, die ich nicht zu begreifen verstand.
Welches ich nur baff und wortlos annehmen konnte, ohne den wahrlichen Wert zu kennen.


Ob diese Erinnerung jedoch de facto der Wirklichkeit entspricht, vermag ich nicht zu wissen, denn um dies prüfen zu können wäre ein weiterer Blick von Nöten. Dieser ist mir jedoch für immer verwehrt, lediglich nur ein leiser Verweis eines anderen gibt mir die Gewissheit, dass es noch exsistiert.


Vielleicht möchte ich es nie wieder sehen, mit dem leisen Wissen, es könnte sich verzerren und am Ende mir nicht mehr gefallen.
Betrachte ich das Abbild dessen vor meinem geistigen Auge näher, fällt mir auf, dass diese Schönheit bereits hier schon verblasst. Gehe ich jedoch etwas zurück, stahlt es nochimmer in seiner vollen Leidenschaft. 
Konfus, verwirrend ist dieses Bild. Genaue Konturen verblassen langsam immer weiter, während an manchen Stellen sie noch tiefer in den Leinenstoff eindringen.

Trotz allem ist es nur eine Erinnerung. 
Eine Erinnerung, die zwar schwer im Herzen liegt, aber trotz allem vergessen werden sollte.


Ich steige weiter hinauf. Mir kommt es vor, dass die einzelnen Stufen immer schwieriger zu erreichen sind.









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