Tief holte ich nocheinmal Luft. Mit verzweifelter Schwere und den Schmerz in meinen Herzen ließ ich mich fallen, nur fallen...fallen...fallen. Ich wartete, dass sich meine Sinne öffneten. Der Schmerz nachließ und ich für eine Zeit lang vergessen durfte.
Der frische Wind flüsterte mir, dass es nun so weit war. Dass es nun so weit war, die Augen zu öffnen, um das Wahre sehen zu dürfen. Noch mit Vorsicht bedacht und unsicher öffnete ich sorgfältig meine Lider. Was ich zuerst sah, hörte, roch, schmeckte und spürte war mir fremd, doch in einer gewissen Weise sprach es etwas in mir an. So als ob ich es doch kennen würde, aus vergessenen Zeiten vielleicht.
Es war das prächtigste Farbenspiel das ich je sah. Ich sah niemals so ein Grün, das so kraftvoll und lebendig war. Ich sah niemals so ein Blau, das so klar und ruhig war. Ich sah niemals so ein Rot, das so leuchtend und leidenschaftlich war. Es war das schönste was ich je sehen durfte. Aber es waren nicht nur die Farben. Es waren auch die Konturen, die von den vollen Farben gefüllt waren.
Das satte, gemächliche Grün zwischen den mächtigen starken Bäumen, das als Grundton dominierte. Das sprudelnde, flinke Blau des souveränen Flusses. Die singenden, kräftigen Blüten, welche dem Bild einen Hauch von Leichtigkeit und Frohsinn verpassten.
Es war die atemberaubenste Melodie, die ich je gehört habe. Sie war zwar einfach und beim ersten hinhören vielleicht monton und einschläfrend, aber das lag nur daran, dass ich nicht richtig zuhörte. Gab ich mich ihr voll hin, so erkannte ich ihre Komlpexität und Schönheit.
Ich war frei. Freiheit, ja diese spürte ich. Ich war froh zu sein, froh atmen zu können.
Aber ich träumte. Es war ein lang vergessener Traum, tief in mir. Diese Lebensfreude hatte ich in mir vergraben, ist in mir vergraben...
Aber ich will nicht so leblos sein und werde alles daran setzen diesen Traum weiter zu träumen und ihn wahr werden zu lassen.
